Serie anlässlich des Jubiläums im Marienwörth Bad Kreuznach

 

Das Krankenhaus St. Marienwörth in Bad Kreuznach wird getragen von den Franziskanerbrüdern vom Heiligen Kreuz.

 

Die Ordensgemeinschaft prägt das Bild des Krankenhauses an der Nahe ebenso wie die Schwesterngemeinschaft der Mägde Mariens von der Unbefleckten Empfängnis. Diese Gemeinschaft aus 7 Schwestern ist im Pflegedienst und in der Seelsorge des Krankenhauses tätig.

 

In diesem Jahr aber stehen die Franziskanerbrüder im Lichtkegel der Aufmerksamkeit, denn sie feiern ein Doppeljubiläum:

 

150 Jahre Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz

 

120 Jahre Franziskanerbrüder in Bad Kreuznach

 

Dies war uns Anlass für eine Serie, die Einblick in die Arbeit im Krankenhaus geben soll.

 

 


Ankommen im Marienwörth

Ankommen im Marienwörth

Die Rezeption

 

Die Rezeption ist die erste Anlaufstelle für jeden, der neu ins Haus kommt. So ist es nicht nur in Hotels, so ist es auch in Krankenhäusern.

Im Krankenhaus St. Marienwörth arbeitet seit dem 1. Januar 2002 unter anderem Beate Manstein an der Rezeption. Die Rezeption im Marienwörth ist rund um die Uhr besetzt, sieben der acht Kolleginnen arbeiten hier im routierenden Schichtdienst. Auch die aus der Nähe von Bad Sobernheimer stammende Beate Manstein ist seit 6 Jahren mal tags, mal nachts die erste Anlaufstation im Krankenhaus.

Dabei kommt die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin aus einer ganz anderen Branche, 20 Jahre lang hat sie in der Personalverwaltung der Bundeswehr gearbeitet.

 

Frau Manstein, man sagt, die Rezeptionistin weiß alles und ist immer freundlich. Stimmt das, wissen Sie alles?


Wenn ich so nachdenke, dann laufen hier sehr viele Fäden zusammen. Die Leute, die hier ankommen, müssen an die richtigen Stellen im Krankenhaus vermittelt werden, die Anrufe, die hier eingehen, müssen zu den passenden Abteilungen verbunden werden. Wir sortieren die Post, wir sagen den Paketboten, wo was abzuliefern ist, wir übernehmen die Patientenaufnahme in der Nacht und machen die Abrechnung, wenn uns der Patient wieder verlässt.

Freundlichkeit finde ich übrigens selbstverständlich, selbst wenn es hektisch wird. Und ich kann Ihnen sagen, hier ist es wirklich manchmal sehr hektisch. Aber ich habe auch gerne mit den Leuten zu tun. Ich weiß ja aus meiner vorherigen Tätigkeit, was es heißt, nur im Büro zu arbeiten. Und ich muss sagen, dass ich hier richtig aufgeblüht bin.

Die Arbeit für ganz unterschiedliche Menschen und das auch noch in einem Krankenhaus ist aber auch eine besondere Herausforderung….

Ja, das stimmt. Die Patienten sollen sich hier wohlfühlen, die Angehörigen sollen wissen, dass sie hier gut aufgehoben sind.

Haben Sie viel Kontakt zu den Patienten?

Ja, es kommen immer wieder mal Patienten häufiger an die Rezeption, weil sie etwas brauchen oder etwas wissen müssen. Ich habe ein sehr gutes Personengedächtnis und von vielen kennt man dann auch die Krankengeschichte und erfährt Privates?

Legt man das dann mit der Dienstkleidung ab?

Nein.

Wie entspannen Sie sich?

Ich mache Sport. – Übrigens kommen auch nicht nur Patienten oder Besucher an die Rezeption. Manchmal kommen auch Leute, die nachfragen, ob man weiß, wo diese oder jene Straße ist oder wo sie welchen Arzt finden können. Einer hat mich auch schon gefragt, wie er denn zum Mediamarkt kommt.

Und da helfen Sie auch weiter?

So gut ich kann. Ich kenne mich hier in der Stadt sehr gut aus. Eigentlich kenne ich noch aus meiner Lehrzeit jede Gasse. Also ich kann da eigentlich oft weiterhelfen.

In der Stadt, okay. Aber wie ist es in ihrem eigenen Krankenhaus? Durch den Umbau hat sich ja vieles gewaltig verändert?


Das Krankenhaus ist wirklich sehr groß geworden. Aber uns gefällt es jetzt auch besonders gut. Wir finden uns hier prima zurecht.

Die Serie heißt ja: Mein Marienwörth. Was verbindet Sie mit diesem Krankenhaus?

Naja, eigentlich sage ich es nicht so gerne, aber, das Marienwörth ist meine zweite Heimat. Ich mag dieses Krankenhaus.

 

 


Konventen in St. Marienwörth

Sie prägen das Bild des Krankenhauses ganz entscheidend: die Ordensgemeinschaften, die in St. Marienwörth und im Haus St. Josef leben und arbeiten. Neben den Franziskanerbrüdern vom Heiligen Kreuz als Träger der Einrichtungen sind dies die Mägde Mariens von der unbefleckten Empfängnis mit Generalat in Polen sowie die Herz-Jesu-Schwestern und die Franziskanerinnen unserer lieben Frau der Gnaden, die beide aus Indien stammen.

 

 

Bruder Matthias, wie viele Franziskanerbrüder leben derzeit in Bad Kreuznach?

Im Konvent hier in Bad Kreuznach sind wir zurzeit sechs Brüder, hinzu kommen insgesamt 19 weitere Ordensmitglieder in unseren Konventen in Hausen/Wied und in Kloster Ebernach in Cochem an der Mosel. Außerdem leben elf Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz in zwei Konventen in den USA. 

 

 

Was würden Sie als das Besondere am Konvent hier vor Ort beschreiben?

Bad Kreuznach ist die Ausbildungskommunität des Ordens. Wer sich für die Franziskanerbrüder interessiert, kann hier verschiedene Angebote nutzen, um unser Ordensleben kennen zu lernen. Wer sich dann für ein Leben in Gemeinschaft entscheidet, verbringt die erste Zeit hier bei uns. Darüber hinaus bestimmt natürlich auch das Wirken in den Einrichtungen unseren Tagesablauf. Die Arbeit in Krankenhaus und Altenheim verstehen wir als ein Zeichen tätiger Gottesliebe, ganz nach dem Leitbild unseres Gründers Bruder Jakobus Wirth.

 


 
Schwester M. Alena, die Mägde Mariens von der unbefleckten Empfängnis sind bereits seit 1946 hier ansässig. Was verbindet Sie nach so vielen Jahren mit Bad Kreuznach?

Bad Kreuznach ist für uns eine zweite Heimat. Gerade unsere älteren Mitschwestern, die den Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg aktiv mit gestaltet haben, sind dem Haus eng verbunden. Von den sieben Schwestern, die hier wohnen, sind drei noch im Berufsleben. Ich selbst bin in der Pflege auf der Inneren Abteilung tätig und habe das große Glück, meinen absoluten Traumberuf auszuüben. Schon als Kind wollte ich immer mit Menschen arbeiten und anderen helfen. Das kann ich hier tagtäglich tun und dafür bin ich dankbar.

 

 

Die Herz-Jesu-Schwestern sind seit dem Jahr 2000 in den Einrichtungen der Franziskanerbrüder tätig. In welchen Bereichen arbeiten Sie und Ihre Mitschwestern, Schwester Ressy?

Sieben unserer acht hier lebenden Schwestern sind im Krankenhaus und im Haus St. Josef tätig. Es ist interessant, beide Arten der Pflege ausüben zu können. Zum einen eine sehr anspruchsvolle Behandlungspflege in einem Akutkrankenhaus mit wechselnden Patienten und zum anderen die langfristige Pflege älterer Menschen in einer Senioreneinrichtung mit der Chance, eine echte persönliche Bindung zu den Menschen dort aufzubauen. In beiden Fällen können wir Nächstenliebe bewusst leben und so den Auftrag unseres Ordens erfüllen.

 


Schwester Divya, die Franziskanerinnen unserer lieben Frau der Gnaden sind erst seit August 2010 in St. Marienwörth tätig. Wie empfinden Sie die Arbeit und das Zusammenleben mit den anderen drei Ordensgemeinschaften?

Wir sind momentan mit drei Schwestern hier tätig und befinden uns noch im Aufbau. Meine beiden Mitschwestern besuchen derzeit eine Sprachschule und ich bin als einzige in der Pflege im Krankenhaus tätig. Ich schätze das geschwisterliche Miteinander der verschiedenen Gemeinschaften und für uns ist es natürlich auch ein Stück Heimat, dass es einen zweiten indischen Orden vor Ort gibt. Aber selbst nach so kurzer Zeit kann ich schon sagen, dass wir St. Marienwörth mit den Mitschwestern und -brüdern, den Kolleginnen, den Patienten und mit all den Menschen, die hier ein und aus gehen, als einen Ort der Gottes- und Nächstenliebe erleben. Wir fühlen uns zu Hause und freuen uns sehr auf die das weitere gemeinsame Wirken.


Schwester Divya (Franziskanerinnen unserer lieben Frau der Gnaden), Schwester M. Alena (Mägde Mariens von der unbefleckten Empfängnis), Bruder Matthias (Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz) und Schwester Ressy (Herz Jesu Schwestern) (v.l.n.r.) stehen stellvertretend für die Ordensleute, die in St. Marienwörth leben und arbeiten.

Steri- und Bettenzentrale

Zwei Frauen Krätzer sorgen für Sauberkeit

In einem Krankenhaus, das wie eine kleine Familie ist

 

 

 

1. Saubere und sterile Instrumente

Wenn der OP-Arzt zu seinen Instrumenten greift, dann muss er davon ausgehen, dass er beim feinsten Diamantmesser und der groben Bohrmaschine ausschließlich saubere Instrumente, sterilisierte Instrumente, in den Händen hält.

 

Im Marienwörth vertraut jeder Operationsarzt dabei auf die Arbeit von Annette Krätzer. Sie ist im Krankenhaus für die Abteilung „Zentralsterilisation“ verantwortlich. Frau Krätzer überwacht damit eine Abteilung mit sechs Mitarbeitern, die dafür sorgen müssen, dass im OP im dritten Stock des Krankenhauses, in direkter Nachbarschaft zu ihren eigenen Räumen, sauber gearbeitet werden kann, dass die Bestecke frei von  Blut und  Keimen am Patienten eingesetzt werden können. Technisch wird dies durch ein zweifaches Reinigungsverfahren gelöst. Zunächst werden die verunreinigten Instrumente in einem dokumentierten und validierten Verfahren gereinigt und desinfiziert, das heißt keimarm gemacht. Danach wird jedes Instrument durch fachlich qualifizierte Mitarbeiter auf Sauberkeit und Unversehrtheit geprüft. Mit der Lupe wird jedes Instrument noch einmal überprüft. Haben alle Reinigungsmaschinen auch einwandfrei gearbeitet? Sicher ist sicher, alles wird dokumentiert.  Danach werden die Instrumente in unterschiedliche Container gepackt und bei 134 Grad sterilisiert, das heißt keimfrei gemacht. Wenn der Sterilisationsprozess abgelaufen ist, wird der Arbeitsprozess freigegeben und die Instrumente dem OP bereitgestellt für die nächste Operation.

 

Es gibt Krankenhäuser, die haben den Auftrag für die Sterilisation der OP-Bestecke an Firmen außer Haus vergeben. Im Marienwörth hat man sich dagegen entschieden. Die Zentralsterilisation ist eine hoch brisante Abteilung, die Arbeit dort eine höchst vertrauensvolle. Schmutziges Besteck kann das Scheitern einer Operation bedeuten.

 

„Bei uns könnte nie etwas rausgehen, was nicht 100 prozentig sauber ist“, erklärt Frau Krätzer. Gab es bei Ihnen eigentlich schon einmal eine Reklamation aus dem OP? „Nein, nie. Und das wäre auch mein absoluter Alptraum“, erklärt Frau Krätzer.

 

Annette Krätzer ist eine freundliche Frau mit enormem Verantwortungsgefühl, die hier im Krankenhaus großes Vertrauen genießt. Seit fünfundvierzig Jahren arbeitet sie im Marienwörth. „Hier habe ich als Praktikantin angefangen, hier habe ich gelernt, hier habe ich meine Kinder gekriegt.“ Früher hat sie auf Station gearbeitet, hat dann eine Fortbildung zur „Technischen Sterilisationsassistentin“ absolviert und kam so zu ihrem jetzigen Arbeitsplatz.

 

Annette Krätzer kennt jedes Instrument, das ihr blutverschmiert über eine Schleuse in den so genannten „unreinen Bereich“ an ihren Arbeitsplatz geschoben wird. „Anhand dessen, was dort auf dem Wagen liegt, kann ich erkennen, was gearbeitet wurde.“ Und das durch alle Fakultäten hindurch von der Chirurgie bis zur Augenoperation.

 


2. Saubere Betten

 

 

40 Mal am Tag werden im St. Marienwörth Betten und Nachttische von einzelnen Stationen in den Keller des Krankenhauses gefahren. Und 40 Mal am Tag kommen sie wieder zurück. Dann allerdings frisch bezogen und desinfiziert.

 

Wenn man sich also als Patient im Marienwörth in ein Bett legt, dann hat das gerade eine gründliche Säuberungsaktion hinter sich. Mitsamt des Nachttischs an der Bettseite. Gestelle und Matratzen sind desinfiziert, saubere Bettwäsche aufgelegt, jedes Laken stramm gezogen, damit der Patient bequem liegt.

 

Zuständig dafür ist die Bettenzentrale im St. Marienwörth. Sie ist eine Unterabteilung im Hauswirtschaftsbereichs im Krankenhaus, dem Sibylle Hüter vorsteht. Die Leitung der Bettenzentrale liegt in den Händen von Juliane Krätzer – eine Nichte der Chefin der Abteilung „Steri“ aus dem 3. Stock.

 

Die Bettenzentrale ist aber nicht alleine zuständig für die Sauberkeit und auch hier Keimfreiheit der Betten, sie ist auch für die Berufskleidung zuständig. Ärztekittel, OP-Anzüge, die Wäsche der Pflegeabteilungen. Und so kann es sein, dass während bei Annette Krätzer die Siebe mit dem benutzten OP-Besteck landen, bei Juliane Krätzer die schmutzige OP-Bekleidung eintrudelt. Für 400 Leute wird hier täglich Berufskleidung verteilt.

 

Oft genug kommt es beim Sammeln der benutzten Dienstkleidung vor, dass noch Geld, Eheringe oder Brillen herausfallen. Anhand der Namensschilder in der Kleidung kann der Besitzer aber in der Regel schnell ermittelt werden. Dann geht die Wäscheraus an die Kreuznacher Wäscherei Mietwäsche, wo sie fachgerecht aufgearbeitet werden. 12 Container sind es pro Tag, die vom Marienwörth in die Industriestraße gefahren werden.

 

Fundsachen gibt es übrigens nicht nur im Arzt- oder Pflegekittel, sondern auch in den Patientenbetten. Prothesen, Hörgeräte, Kleidung, die Versicherungskarte – all das wird gesammelt und an den erleichterten Besitzer wieder zurückgegeben.

 

Seit vierzehn Jahren arbeitet Juliane Krätzer im St. Marienwörth. Demnächst könnte sich Einiges für sie erleichtern, die Bettenzentrale soll nämlich verkleinert werden, die Säuberung der Betten und Nachttische dann nicht mehr im Keller, sondern auf den Stationen vonstattengehen.  „Dann müssen wir nicht mehr mit den sperrigen Betten über die Stationen rumpeln“, freut sich Juliane Krätzer.


Neugeborenenstation

Hier erblicken neue Erdenbürger das Licht der Welt –
die Neugeborenenstation in St. Marienwörth

 

 

Sie ist mit Sicherheit eine der beliebtesten Stationen in jedem Krankenhaus: die Neugeborenenstation. Das ist auch in St. Marienwörth nicht anders. Eltern erleben die Geburt und verbringen die ersten Tage mit ihren Kindern, was sicherlich zu den glücklichsten Erfahrungen im Leben eines jeden Menschen zählt. Damit Eltern und Kinder diese kostbare Zeit auch wirklich genießen können, werden sie in St. Marienwörth von insgesamt sieben erfahrenen Kinderkrankenschwestern betreut und unterstützt.

 

Mit der Erfahrung von 19 Jahren Dienst auf der Neugeborenenstation sitzt mit Isabella Liebig eine ganz entspannte Gesprächspartnerin gegenüber.

 

Sie haben bestimmt schon viele Babys gesehen in Ihrem Leben. Ist dann ein Neugeborenes überhaupt noch etwas Besonderes?

Oh ja, in diesem Beruf kann man von Babys nicht genug bekommen. Jedes Kind ist einzigartig, hat sein eigenes Aussehen und Temperament. Es ist unheimlich spannend zu beobachten, wie ähnlich sich oft Mutter und Kind oder auch Vater und Kind sind. Ich habe oft ein Auge dafür, welches Kind zu welcher Mutter gehört.

 

 

Gibt es denn Kinder, die sie mehr und solche, die sie weniger fordern?

Die meiste Betreuung brauchen eigentlich die Mütter, denn viele sind heute stärker verunsichert als früher. Oft haben sie ganz viel gelesen über die Schwangerschaft, die Geburt und die Zeit danach, jeder Besucher hat dann noch einen Tipp – und das Informationschaos ist perfekt. Oft rate ich ihnen dann, sich einfach auf ihr Bauchgefühl zu verlassen. Denn meistens tun Mütter ganz intuitiv schon das Richtige für ihre Babys.

 

 

Was hat sich denn noch verändert? Zählen Sie doch mal in bisschen was auf!

Den berühmten Klaps auf den Po, mit dem das Kind früher begrüßt wurde, den gibt es schon lange nicht mehr. Das Baby wird nach der Geburt auf die Brust der Mutter gelegt, die Nabelschnur kann auspulsieren und wird dann später getrennt. Wenn mit dem Baby alles in Ordnung ist, gibt man den Eltern ausgiebig Zeit, diese ersten Minuten bewusst zu erleben und zu genießen. Überhaupt wird heute die komplette Familie und nicht nur Mutter und Kind in den Blick genommen. Auf Station haben wir zum Teil Familienzimmer, in denen auch der Papa und Geschwisterkinder  mitwohnen können. Heute steht auch der Service für die Familien stärker im Vordergrund: Eltern erhalten individuelle Anleitungen zum Wickeln oder Baden und die Mütter finden in so genannten Laktationsschwestern kompetente und geduldige Ansprechpartnerinnen in allen Fragen rund ums Stillen. Auch die strikten Essenszeiten sind auf der Neugeborenenstation aufgehoben, Mütter haben bis 10 Uhr die Möglichkeit, sich an einem reichhaltigen Frühstücksbuffet zu bedienen. Heute kann auch jede Frau auf Wunsch ambulant entbinden und nach ein paar Stunden wieder nach Hause gehen. Frauen mit einem Kaiserschnitt bleiben zwischen fünf und acht Tagen, früher waren das oft bis zu drei Wochen.

 

 

Wird die ambulante Geburt oft genutzt?
Das ist sehr unterschiedlich. Viele Mütter genießen es auch einfach, hier von uns noch etwas umsorgt zu werden. Denn zu Hause sind sie die meiste Zeit auf sich allein gestellt. Hilfreich sind dann die regelmäßigen Besuche unserer Hebammen, die die Frauen in Form der Nachsorge noch einige Wochen begleiten.


Darmzentrum Nahe

 

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Rund 70.000 Menschen erkranken jährlich neu daran. Allerdings sind die Heilungschancen bei Darmkrebs mittlerweile sehr gut, vorausgesetzt er wird frühzeitig erkannt. Entscheidend dazu beigetragen haben so genannte Darmzentren wie das Darmzentrum Nahe am Krankenhaus St. Marienwörth, das seit Juni 2008 etabliert ist. Wir sprachen im Rahmen der Serie „Mein Marienwörth“ mit Dr. med. Arnold Nißen, Leiter des Darmzentrums Nahe, über seine Arbeit.

 

 


Dr. Nißen, was genau ist ein Darmzentrum?
Darmzentren im Sinne der Deutschen Krebsgesellschaft  sind  Kompetenzzentren, in denen alle Fachrichtungen, die eine erfolgreiche  Behandlung von Darmkrebs ermöglichen, Hand in Hand arbeiten. Dazu haben wir als Darmzentrum Nahe eine Vielzahl von Kooperationen mit internen und externen Fachärzten und Institutionen geschlossen, die sich speziell mit der Prävention, Behandlung und Nachsorge von Krebserkrankungen beschäftigen.

 


Was kann ich tun, um eine erfolgreiche Behandlung zu gewährleisten?
Das A und O ist eine frühe Diagnose. Die Krankenkassen empfehlen Vorsorgeuntersuchungen ab 55 Jahren, ich würde die Vorsorge ab 50 Jahren empfehlen. Jeder sollte sich in der eigenen Familie informieren, denn Vererbung spielt bei Darmkrebs eine besondere Rolle. Und es ist wichtig, die Angst vor der Diagnose und den möglichen Folgen zu überwinden. Ich kann aus der Praxis sagen, dass die Heilungschancen bei früher Diagnose und optimaler Therapie sehr gut sind und die meisten Patienten dann ein normales Leben führen können.

 


Wie kommt es, dass ein vergleichsweise kleines Haus wie St. Marienwörth ein Darmzentrum unterhält?
Die Größe des Hauses spiegelt nicht seine Bedeutung wider. Das Marienwörth und das Darmzentrum haben in Fachkreisen einen hervorragenden Ruf. Die Qualität ist von unabhängigen Stellen geprüft und anerkannt.  Die Größe des Hauses ist im Grunde genommen genau der Grund dafür, dass wir unsere Arbeit hier so erfolgreich machen können. Alle Strukturen sind bekannt und optimal aufeinander abgestimmt. Wir kennen tatsächlich alle Patienten persönlich und begleiten sie über viele Jahre. So ist es möglich auf jede Veränderung rechtzeitig zu reagieren.  Durch die enge Verzahnung mit allen anderen Behandlungspartnern verliere ich keinen Patienten  auf seinem Behandlungsweg aus den Augen. Genau das ist es, was mir sehr gefällt. Und das schätzen auch die Patienten.

 


Sie haben also zu Ihren Patienten eine persönlichere Bindung?
Ja, mir ist es  auch sehr wichtig zu wissen, wie es meinen Patienten in 20 Jahren geht.

 


… Sie haben noch Kontakt zu ehemaligen Patienten?
Ja. Zu einigen mehr, zu anderen weniger. Manche treffe ich zufällig in der Stadt, fast alle kommen über viele Jahre regelmäßig zur Nachsorge. Oft kenne ich die ganze Familie. Das ist eine wichtig Bestätigung für den Erfolg unserer  Arbeit. Und persönlich ist es natürlich immer eine große Freude zu erleben, dass es den Patienten gut geht.

 


Was ist, wenn Sie einem Patienten einmal nicht helfen konnten? Was dann?Ja, was dann… ? Hier stoße ich manchmal an meine Grenzen als Chirurg, gerade wenn Menschen in einem späten Stadium zu uns kommen. Aber auch dann weiß ich den Patienten auf unserer Palliativstation, bei unseren Seelsorgern oder beim ambulanten Hospizdienst, die alle ebenfalls Kooperationspartner des Zentrums sind, in sehr guten Händen.
Herr Nißen, ich danke Ihnen sehr für dieses Gespräch.

 


Weitere Infos zum Darmzentrum gibt es unter www.darmzentrum-nahe.de

Ihr Kontakt zur Redaktion

0671 - 796 076 - 0

Schreiben Sie uns

Editorial

Die „närrischen“ Tage sind vorbei, jetzt werden Kostüme...


weiterlesen

Suche

Termine

24.01.2012
Zwischen Euphrat und Kappadokien



28.01.2012
Bayern-Buwwe



01.02.2012
Ausstellung



01.02.2012
Bücherei Guldental



03.02.2012
Elternschule des Diakonie Krankenhauses



07.02.2012
Biz & Donna



07.02.2012
Berufsbildende Schule



08.02.2012
Kanalarbeiten



12.02.2012
Sportschützen e. V. Bad Kreuznach



13.02.2012
Realschule plus Langenlonsheim



13.02.2012
Volksbildungswerk Langenlonsheim



22.02.2012
DRK Rückengymnastik



23.02.2012
Hockey



Wetter Bad Kreuznach